Eberhard und die Borkenkäfer

Nur wenige hundert Meter hinter der K-Burg befand sich einst ein Fichtenwald, der im Jahre 2018 von der Stadt Bad Honnef zumindest teilweise dem Erdboden gleich gemacht wurde.

Offizieller Grund dafür war der Befall durch Borkenkäfer… dass man das Holz gewinnbringend an die Chinesen verhökern konnte, dürfte natürlich auch eine Rolle gespielt haben. Eine schöne Gelegenheit also, mit tonnenschweren Harvestern mal so richtig männlich kreuz und quer durch den Wald zu marodieren und nicht nur die kranken sondern gleich alle Fichten abzumurksen.

Weil, Schutz der armen Touristen, versteht sich (klar, mitten im tiefen Wald könnte plötzlich ein durch Borkenkäfer-Befall dem Wahnsinn verfallener Baum quasi raketengleich abheben, Kurs auf die Wanderwege nehmen und dort gezielt und mit wildem Geschrei einen Touristen erschlagen).

Eine typische Bad Honnefer Geschichte also.

Nur kurze Zeit nach Beginn der umfangreichen Fällarbeiten tobte dann Sturmtief Eberhard durch das Siebengebirge und fraß mit grenzenloser Naturgewalt eine Schneise durch den teilweise abgeholzten Wald.

Das Ergebnis (s.o.) sieht nun aus wie ein wahres Fichten-Mikado und wird auch erst mal so bleiben – denn das Oberverwaltungsgericht hat nach eine Klage des BUND glücklicherweise angeordnet, dass sich die Stadt Bad Honnef keinesfalls wie die – haha – Axt im Walde benehmen darf und dass fortan nur noch wirklich betroffene Fichten abgeholzt werden dürfen.

Der Anblick der teilweisen Zerstörung beeindruckt im Morgennebel in gleichem Maße wie er nachdenklich stimmt, und er soll der Anfang einer lockeren Serie mit Abschiedsbildern aus dem Siebengebirge werden, in der wir Orte und Eindrücke abseits der üblichen und sattsam bekannten touristischen Topoi zeigen möchten.

Buba ist auch dabei


P.S./Update: Beim BUND kann man übrigens spenden, und damit selbst einen Teil dazu beitragen, dass gewisse Beamte auch in Zukunft nicht einfach tun können was sie wollen.