Scheiß’ drauf, das Leben ist schön!

Als wir mit diesem Blog vor fünf Jahren starteten, da taten wir dies, um unser Leben im 7gebirge in Bildern und Worten mit der Welt zu teilen.

Das war damals relativ einfach, denn was auch immer das Schicksal uns in den Weg warf, unser Leben im 7gebirge war doch irgendwie immer schön.

Der geneigte Leser wird es wohl bemerkt haben – seit letztem Jahr ließen unsere Aktivitäten hier auf dem Blog mehr und mehr nach.

Das Schicksal hatte uns wieder ein paar Dinge in den Weg geworfen. Frau K. hatte viel unnötigen Ärger und Stress in ihrem Brotjob, was schließlich dazu führte, dass sie kündigte. Herr K. entließ eine ihm heilige Musikproduktion in eine nicht allzu sehr interessierte Welt und spürt bis heute die Folgen davon. Und gleichzeitig wurde Candor K. schwer krank. Und viele andere Dinge mehr, die wir hier aus dem einen oder anderen Grund nicht erwähnen können.

In der Vergangenheit hatte unser Zuhause derlei Unbill noch auffangen können. Wir konnten abends auf unserer Terrasse stehen, uns im Arm haben und uns sagen: “Unser Leben ist schön. Trotz allem.”

Doch leider gerieten die Dinge auch in unserer unmittelbaren Umgebung aus dem Lot. Menschen, die wir über lange Jahre hinweg für Freunde gehalten hatten, zeigten ihr wahres Gesicht und zerstörten mit einem lässigen Schulterzucken die Harmonie, welche wir hier oben zu haben geglaubt hatten. Und währenddessen verwandelten wie Pilze aus dem Boden schießende Baustellen das einst ruhige und beschauliche Rhöndorf in einen Platz des Lärms und der Hektik und machten unsere schöne Wohnung am Rand des Siebengebirges zeitweise sogar unbewohnbar (an dieser Stelle nochmal Dank an das das Rathaus Bad Honnef, dem derlei Probleme grundsätzlich scheißegal sind. Wie soll es auch anders sein, wenn das Stadtmotto “Verlogene Lebensfreude” lautet. Oder so ähnlich).

Was macht man, wenn es nicht mehr so gut läuft? Soll man dann noch weiter bloggen? Soll man über Lärmfolter-Erdbohrer, inkompetentes Managemnt, unfähige Makler, überhörte Musik und menschliche Enttäuschungen schreiben? Die Erfahrung zeigt, niemand will das. Niemand möchte gerne lesen, dass es einem nicht gut geht, und man verprellt sich auf diese Weise leicht sein letztes Publikum.

Eine Lösung, die uns eingefallen ist: Wieder mehr auf die schönen Dinge achten.

Das Leben genießen.

Und: Die schönen Momente teilen. Zum Beispiel auf diesem Blog hier.

Es ist zugegebenermaßen nicht so einfach, denn über allem liegt nach wie vor das grundsätzliche Gefühl, dass wir von hier wegziehen werden, und zwar besser früher als später. Und dass wir ein paar falsche Entscheidungen getroffen und zu den falschen Menschen zu nett waren.

Aber deshalb ist nicht plötzlich alles Scheiße geworden. Candor hat überlebt. Wir haben uns. Wir haben immer noch echte Freunde hier, und erleben schöne Dinge.

Vielleicht kann uns dieses Blog ja helfen, uns das wieder bewusster zu machen. Probieren wir’s mal.