Weg vom Fenster…

Werte Leser,

bevor Sie sich wundern… Die Familie K. ist erstmal unfreiwilliger Weise weg vom Fenster, und zwar aufgrund einer fatalen Kombination aus 1&1, Deutsche Telekom AG und 120kg Körpergewicht.

Das Problem? Unser Internetzugang funktioniert nicht mehr richtig. Besser gesagt, die DSL-Verbindung funktioniert 2% der Zeit fehlerhaft und 98% der Zeit gar nicht.

In jedem anderen Haushalt wäre das kein großes Ding. Störungsstelle anrufen und das Problem wird beseitigt. Sollte man denken. In unserem Fall sind wir aber von den Launen der Telekom abhängig, und damit haben wir schon unsere einschlägigen Erfahrungen.

Als wir hier einzogen, da dauerte es über zwei Monate, bis wir überhaupt mal einen funktionierenden DSL-Anschluss hatten. Der Grund dafür? Wir hatten unseren Anschluss bei 1&1 gekauft, das Kabel ins Haus hoch ist jedoch alleinige Angelegenheit der Telekom. Also beauftragt 1&1 die Telekom, sich um die Sache vor Ort zu kümmern, und die Telekom tut: Ganz genau gar nichts.

Drei Termine, an denen wir zuhause sein sollten und uns versichert wurde, der Techniker würde vorbeikommen, verstrichen in schöner Regelmässigkeit, ohne dass jemand auftauchte. Erst beim vierten Versuch kam endlich ein Techniker hier oben an und lauschte meinem bis dahin angesammelten Missmut.

Überraschenderweise hatte er eine sehr offene, ehrliche und einfache Erklärung:

“Ach so, ja, das ist mir klar. Der Kollege, der das normalerweise in Rhöndorf macht, der wiegt über 120 Kilo, der ist garantiert einfach weiter gefahren statt Ihren Weg hier hoch zu laufen… das macht der im Leben nicht…”

und:

“Der kommt eben sehr schnell ins Schwitzen, man riecht den auch immer, wenn er vorher am Schaltkasten war.”

und:

“Ich bin nur aushilfsweise da, vermutlich hat es deshalb heute geklappt.”

Meine Einwände, wie man so denn arbeiten könne, wurden mit einem Schulterzucken abgetan. Bei der Telekom geht so was halt. Jetzt sei ja jemand da und darum solle ich froh sein.

Was ich dann auch war.

Tja, und jetzt haben wir den Salat, nämlich eine Störung auf der Leitung. Und wieder kommt niemand zu den vereinbarten Terminen vorbei, und wir warten, und warten, und warten.

Ich weiss, erste-Welt-Probleme. Andere Länder haben nicht mal mehr den Anschein einer Demokratie, undsoweiter undsofort.

Und ich hab auch durchaus Mitgefühl mit dem 120kg-Menschen, falls es ihn gibt. Ich hab auch schon Jobs gemacht, die nix für mich waren.

Trotzdem, es nervt wie Hupe, ich kann’s nicht ändern.

Also, falls das hier irgendjemand von der Telekom liest: Ich habe wirklich keine Ahnung ob die 120kg-Story stimmt oder nicht… aber falls sie es tut: Es wäre wirklich sehr schön, wenn Sie am Dienstag, den 2. 8. 2016 (da ist der nächste Termin, zwischen 8 und 12 Uhr) jemand anders losschicken und dem 120kg-Menschen einfach was zu tun geben was seinem Kampfgewicht entspricht. Den Kollegen, den Sie netterweise stattdessen hierher schicken, erwartet leckerer Kaffee, eine großartige Aussicht, ungemein nette Hunde, Bienen, Rehe, Füchse, Dachse und Schildkröten… und unsere unendliche Dankbarkeit.

Tja, so ist das jetzt leider. Wir wissen nicht, wann wir uns wieder melden können. Dieses Posting (und das davor, der Zustand hält jetzt schon eine Woche lang an) wurde notfallmässig über mein iPhone abgesetzt. Auf Dauer kein gangbarer Weg, und das Mobil-Kontingent ist auch aufgebraucht.

Drücken Sie uns die Daumen.

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Update 2.8.2016:

Tatsächlich war heute ein Kollege von einem Subunternehmen da, und er wog auch keine 120 Kilo. Das war allerdings auch schon alles Positive, was man über ihn sagen kann.

Der Rest war eher ernüchternd: Nachdem er sich erstmal ausführlich über den Weg zum Haus beschwert hatte, maß er kurz an unserer Dose um festzustellen, dass “alles sauber” sei und höchstens “auf der Leitung am Haus irgendwas sein” könne, und verschwand dann wieder, nicht ohne vorher noch mal darauf hingewiesen zu haben dass er “das hier eigentlich gar nicht machen müssste”, und, naja, wir sitzen hier weiter mit einem blinkenden Router und ohne Internet. Danke für nichts.

Mein fassungsloser Anruf bei 1&1 ergab, dass auf dem Anschluss weiterhin ein ganz offensichtlicher Kurzschluss sei,  und dass die Telekom-Subcontractor-Gestalt ebenso offensichtlich ein Kurzschluss sei ihre Arbeit nicht gemacht habe und wir jetzt einen neuen Termin bekommen.

Ich versteh’s einfach nicht. Wie auch schon Daniel in den Kommentaren schreibt, wenn normale Menschen so arbeiten, dann werden sie gekündigt, und zwar in den meisten Fällen fristlos. Schon erstaunlich, wie das bei der Telekom läuft.

Aber für den nächsten Termin habe ich einen perfiden Plan.