Freundschaften

Der Tag beginnt mit einem Blick aus dem Fenster...

Der Tag beginnt mit einem Blick aus dem Fenster…

*Herbstspaß, Tag 12

In den letzten Monaten und Jahren passiert es öfter, dass ich über Freundschaften nachdenke. Ich weiss ehrlich gesagt nicht warum… vielleicht, weil ich in den letzten Monaten und Jahren so viele Freundschaften habe kommen und gehen sehen.

Oder weil ich inzwischen alt genug bin, dass man eigentlich annehmen könnte, ich hätte mittlerweile verstanden, wie und warum Freundschaften funktionieren.

Tatsächlich habe ich bis heute ziemlich wenig verstanden.

Selbstportrait in Tee & Löffel.

Selbstportrait in Tee & Löffel (ja, wirklich!)

C. zum Beispiel, die uns am Wochenende besuchen war.

C. ist eine ganz alte und gute Freundin von mir, die ich damals zu meiner nicht ausschließlich angenehmen Heidelberger Studienzeit kennenlernte, und mit der ich ein Jahr zusammen in einer WG wohnte (um Missverständnisse vollständig auszuschließen: nein, sie wird im verlinkten Artikel nicht erwähnt).

Tee & Löffel ohne Selbstportrait

Tee & Löffel ohne Selbstportrait

Erstaunlicherweise war mir damals nie klar, dass wir mal so gute Freunde werden würden, und dass die Freundschaft so lange bestehen würde.

Wir kannten uns und sahen uns eben regelmässig… bereiteten uns gegenseitig Frühstück, besuchten gemeinsam das eine oder andere Konzert und ertrugen zusammen um drei Uhr mitten in der Nacht bei viel zu viel Rotwein und Zigaretten die verhängnisvollen Liebschaften unserer WG-Kollegen.

Mir dünkt, es wird ernsthaft und tatsächlich Herbst.

Mir dünkt, es wird ernsthaft und tatsächlich Herbst.

Ich kannte damals in Heidelberg so einige Menschen von denen ich eher dachte, dass wir Freunde sind, und/oder dass wir befreundet bleiben würden.

Menschen, mit denen ich wesentlich mehr Zeit verbrachte als mit C…. denen ich durch ihr Informatikstudium half, denen ich Jobs an der Uni besorgte oder denen ich regelmässig eine Schulter zum Ausheulen war, wenn verhängnisvolle Liebschaften wieder einmal in Katastrophen geendet hatten.

Aber irgendwie seltsam: Viele davon kannten mich plötzlich gar nicht mehr so gut und konnten mir – huch, schulterzuck, tut mir so leid – auch leider gerade wirklich nicht weiterhelfen, als ich zum Schluss auch eine Schulter zum Ausheulen gebraucht hätte, bzw. in Heidelberg ganz verdammt dringend einen Job suchte.

Ich beklage mich nicht – ich habe hier ein wunderschönes Leben, das ich um nichts in der Welt gegen ein anderes eintauschen würde. Aber zusammengefasst blieb eben tatsächlich nicht viel von Heidelberg übrig – C. ist da eine der ganz wenigen Ausnahmen. Und ich hätte nie gedacht, dass es ausgerechnet so kommen würde.

Aber auf der anderen Seite, natürlich: Nichts währet ewiglich.

Vielleicht oder besser gesagt höchstvermutlich waren das andere auch irgendwie Freundschaften, solange sie währten.

Irgendwann verschieben sich eben die Perspektiven, man verliert sich aus den Augen, Menschen ziehen in andere Länder, verlieben sich in neue Ideen und neue andere Menschen, werden einander fremd, entwickeln sich weiter oder tun es nicht… die Welt ändert sich.

Und ich muss zugeben, ich bin nicht besonders gut darin, Freundschaften über längere Distanzen zu halten.

In Karlsruhe hatte ich richtig gute Freunde, M. & S. … deren Trauzeuge ich auch war, und die ich wohl bis an mein Lebensende als meine allerbesten Freunde bezeichnen werde. Aber trotzdem haben wir uns aus den Augen verloren… es war nicht zu verhindern, als die beiden nach Schweden zogen und dort eine Familie gründeten.

Oder vielleicht wäre es zu verhindern gewesen? Leute, mit denen ich in der alten Firma durch dick und dünn gegangen bin, treffe ich auch nicht mehr… obwohl wir Freunde waren.

Ist das zu verhindern? Ich weiss es nicht. Wie ich schon sagte… ich sollte eigentlich alt genug sein, verstanden zu haben, wie das alles funktioniert, aber es ist nicht so.

Nach dem Jagen und Sammeln...: Ritzen und Trinken!

Nach dem Jagen und Sammeln…: Ritzen und Trinken!

Man kann so eine Kameratasche auch prima zur Kastanientasche umfunktionieren.

Man kann so eine Kameratasche auch prima zur Kastanientasche umfunktionieren.

Umso glücklicher bin ich darüber, dass C. dieses Wochenende da war… und dass wir das Wochenende insgesamt mit lieben Freunden verbracht haben.

Am Samstag ging es, wie von Frau K. schon berichtet, mit P., I. & Liza quer durch das Siebengebirge, und gestern dann kam, wie von mir schon berichtet, C. vorbei, und wir machten uns abermals auf den Weg ins Siebengebirge (locker, es befindet sich ja direkt hinter dem Haus), um weiter an Bubas Kontrollsucht zu arbeiten und bei der Gelegenheit auch noch viele leckere Kastanien mit nach Hause zu bringen.

Kastanien wässern, einritzen, in den Ofen tun, den von C. mitgebrachten Rotwein verköstigt, und… et voilà…

Der Herbst schmeckt ziemlich gut in Rhöndorf.

Der Herbst schmeckt ziemlich gut in Rhöndorf.

Während der darauf folgenden Phase des ausgiebigen Kastanienschälens und -essens musste uns Buba natürlich beweisen, dass sie allein für das Verjagen von Wanderern zuständig ist, die uns ansonsten eventuell unsere Kastanien weggenommen hätten.

Und dass man aus dem Busch, in den man sich dabei hineinmanövriert, ohne wirklich triftigen Grund auch gar nicht rauszukommen braucht.

Und dass wir noch viele schöne Übungen mit ihr machen werden, bis sie ihre aktuellen Macken wieder ein bisschen abgelegt hat…

Später am Abend verzogen wir uns dann in die Burg (es wird doch schon ziemlich empfindlich kalt abends), und Frau K. setzte ihr kulinarisches Vorhaben, eine Tomaten-Ziegenkäse-Tarte in die Tat um.

Das Ergebnis war dann auch glorreich genug, dass es erstmal ausgiebig fotografiert werden musste…

und dann gegessen.

Wovon es dankenswerterweise keine Bilder gibt, denn es war schnell und heftig.

Insgesamt war es ein tolles Wochenende – was die Bilder die ich zwischen diesen Zeilen versteckt habe, hoffentlich zeigen – und wir sind sehr froh, die Freunde zu haben, die wir haben.

Danke euch, dass es euch gibt.