Sommerabenteuer bei den Ks

von

(alle Bilder in diesem Artikel stammen aus der Umgebung der Orte, von denen ich unten erzähle. Wie man sich vielleicht denken konnte. Und sie stammen von Frau K. und mir)

Die alte Spruchweisheit lautet: “Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen”. Wie wir diesen Sommer feststellen mussten, gilt dies auch für denjenigen, der sich auf die Suche nach einer neuen Bleibe macht.

Tatsächlich haben wir Dinge erlebt, die sind so kurios, dass wir einfach mal darüber bloggen müssen. 

Sagen wir zunächst einfach mal, dass “Geld” eine eigene, spezielle Einheit ist, die im Rahmen dieses Postings dem Zweck dient, Immobilienpreise zu veranschaulichen ohne unsere Vermögensverhältnisse in die weite Welt hinaus zu bloggen. 

Und nehmen wir weiter an, dass 1 Geld spottbillig ist, 5 Geld das bezeichnet, was wir uns ohne große Probleme leisten könnten, und eine Immobilie für 10 Geld für uns nahezu unerreichbar ist (es sei denn, wir verkaufen unserer beider Seelen, plus die unserer Hunde und Schildkröten), dann haben wir bis jetzt schon folgendes erlebt (eigentlich zehnmal mehr, aber die unwichtigen Sachen lasse ich jetzt einfach mal weg):

1) Das junge und durchaus sympathische Künstlerpaar, das ihr kleines renovierungsbedürftiges Häuschen mit Anbau lieber gestern als heute verkaufen möchte, und dem unsere Bonität wahnsinnig wichtig ist, da alles ganz schnell gehen muss. Knapp 9 Geld soll das Ganze kosten, aber der gesunde Menschenverstand lässt erahnen, was dann beim Zweittermin mit dem Gutachter Gewissheit wird: Das renovierungsbedürftige Häuschen gehört abgerissen, und der Rest ist noch nicht mal 2 Geld wert. Wir bringen es nicht übers Herz, ihnen das klar zu machen, und ziehen uns zurück. Inzwischen steht das Objekt als “Baugrundstück” auf den einschlägigen Immobilienplattformen. 

2) Die ebenfalls durchaus sympathische Witwe, die gezwungen ist, ihr wirklich großartiges Landanwesen in Alleinlage zu verkaufen. Das Haus ist super in Schuss, es gibt einen wunderschönen großen Garten, Stallungen, Raum fürs Studio und für die Hunde und Schildkröten, und das Ganze für nur 4 Geld. Es ist quasi alles perfekt. Leider mache ich dem unfähigen Makler gegenüber den Fehler, zuzugeben, dass uns für die Finanzierung noch zwei Unterlagen fehlen, die aber in den nächsten Tagen kommen werden. Das Ergebnis: Am nächsten Tag ist das Ding an jemand anders verkauft, der diesen Fehler nicht gemacht hat. Auf meine entsetzte Nachfrage antwortet die Eigentümerin, dass wir ihre Wunschkandidaten gewesen seien, aber dass sie in ihrer Situation nicht nach dem Herzen gehen konnte. Die Unterlagen kommen einen Tag später. Vielen Dank für gar nichts den depressiven Schub.

3) Der berühmte Musikerkollege mit seinem Bungalow. Die Sache hätte viele Vorteile gehabt: Eine sehr schöne Lage mit großer Wiese und Waldgrundstück, und ein Haus, das bereits über einen extra Studioraum verfügt. Allein aufgrund dieser Tatsache verstanden wir uns zunächst auch ganz gut, selbst die 3 Geld, die er dafür haben wollte, klangen eigentlich erstmal sehr verlockend. Bis auf die Tatsache, dass das Teil einfach nicht fertig war: Kein Bad, keine Dusche, kein Klo. Eine halb fertige, nicht abgenommene Kläranlage. Ein halb renovierter Dachstuhl, mit jeder Menge gesundheitsschädlichem 60er-Jahre-Holzschutzmittel und Asbest.  Eigentlich ein hübsches Anwesen, aber bei seiner Preisvorstellung hätten wir ihm 1 Geld geschenkt und noch ein Jahr lang gearbeitet, und ich verschenke nicht gerne 1 Geld an berühmte Musiker. Also machen wir ihm ein sehr nettes Angebot über 2 Geld. Daraufhin dreht er durch, beschimpft uns, prophezeit uns dass wir auf die Art und Weise nie was finden werden. Na gut. Ich hätte ja noch verhandelt, aber ich seh’s nicht ein, warum ich immer derjenige sein soll, der sich wie Dreck behandeln lässt. Also nochmal danke für nichts und tschüss.

4) Die Erbengemeinschaft, welche immerhin 5 Geld für ein Anwesen am Waldrand, mit angeblich viel Garten haben möchte. Das Problem ist: Die Erbengemeinschaft war anscheinend seit mehreren Jahren nicht mehr in dem Haus, und auch vorher war ihnen egal wie es aussieht. Will sagen: Als wir mit der Maklerin reinkommen grüßt uns erstmal ein enormer Wasserschaden und ein kleines Stück eingebrochenes Dach. Das nächste was uns grüßt ist ein verschmierter, dreckiger Rollstuhl, auf dem wohl der Vorbesitzer seine letzten Tage in diesem Anwesen verbracht hat. Tja, tut mir wirklich leid das so sagen zu müssen, ich weiss wie das ist wenn die Menschen älter werden und gebrechlich, und wie das dann zum Schluss aussieht. Ich weiss das sehr gut. Aber ich will vielleicht nicht bei der Besichtigung eines vielleicht zukünftigen Hauses sofort daran erinnert werden. Dazu kommt noch, dass die Bausubstanz wirklich schlecht ist, dass die Maklerin nicht alle Räume aufschließen kann und zusätzlich keine Ahnung hat, wo die Grundstücksgrenzen sind und wo der Garten sein soll. Erster Eindruck: Die Gegend ist schön, aber in diesem Haus wohnen? Noch nicht mal, wenn man uns 5 Geld dafür gibt. Ich versteh’s einfach nicht. Wenn man 5 Geld für ein Haus verlangt, kann man dann nicht mal eben reinschauen, ob sich das so überhaupt verkaufen lässt?

5) In gewisser Weise ein Sonderfall: Das auf dem Papier wirklich sehr schön aussehende hofartige Anwesen in der Vordereifel, für nur 3 Geld. Aber wir hatten keine Chance, es jemals überhaupt nur anzusehen, weil die zuständige Maklerin auf unsere kombinierten Kontaktversuche erst nach vier Tagen antwortete (und uns da kurz angebunden beschied, dass es “eh schon jede Menge Interessenten” gibt und sie sich bei uns nur dann nochmal melden würde, wenn sie es nächste Woche nicht verkauft kriegt). Wie schon bei Punkt 3 erwähnt, ich sehe es allmählich nicht mehr ein, dass immer ich derjenige sein soll, der sich wie Dreck behandeln lässt. Also: Beschwerde an den Vorgesetzten (der mich die Woche darauf immerhin anrief und sich entschuldigte, deshalb schreibe ich diesen Absatz auch nicht ganz so vernichtend wie er eigentlich gehört) und nochmal danke für nix, S-Finanz Euskirchen.

6) Das wirklich wunderschöne Bauernhaus in einem Tal im Westerwald, direkt an der Nister, mit schnuckeligem Garten und einer beachtlichen Ansammlung von Lauben und sonstigen Plätzchen zum Wohlfühlen. Etwas weiter draußen, dafür aber 1a in Schluss, mit Solaranlage auf dem Dach, wunderbarer Küche, großer Scheune, jede Menge Platz für Studio & Musik. Und: 2 Geld soll das Ganze nur kosten. Unglaublich. Ein Betrag, den wir quasi sofort zahlen könnten und dann noch ordentlich was übrig hätten. Ein Ort, wo man sofort anfängt zu träumen, wenn man ihn sieht. Aber mein Schock aus Punkt 2 sitzt mir noch deutlich in den Knochen, und deshalb tut es uns dieses Mal auch nicht ganz so wahnsinnig weh, als ich sage, wir würden gerne noch einen Gutachter drauf schauen lassen und wir am nächsten Tag dann erfahren, dass der Eigentümer bereits eine Zusage von Interessenten bekommen hat, die vor uns da waren. Vor ein paar Monaten wäre ich noch am Boden zerstört gewesen, aber jetzt? Jo, nix ist fair, wissen wir. 

 

Tja. Und jetzt sind wir bei Punkt 7 angekommen. Ich schreibe noch nichts über Punkt 7, ausser, dass wir dort waren, und dass es für uns durchaus in Frage käme. Aber nach allem was passiert ist, wäre ich blöd, daran wirklich zu glauben oder darauf zu hoffen. Es wird wieder berichtet, wenn entweder die Tinte auf dem Vertrag trocken ist, oder wieder irgendein Mist passiert ist, der uns weiter suchen lässt.

Es soll Leute geben, denen das Spaß macht.

Kann ich absolut nicht nachvollziehen. 

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3 Comments

  1. Warum machen wir dieses Blog gleich nochmal?

  2. Damit wir Deine Worte lesen und Deine Bilder ansehen können. Hattest Du ein anderes Ziel?

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