Drei Wochen

von

Wir haben ja das beinahe schon unfassbare Glück, dort zu leben, wo andere Urlaub machen – nämlich in eben jenem Mittelgebirge, das diesem Blog seinen Namen gibt.

Also, so dachten wir uns, warum sollten wir nicht auch mal da Urlaub machen, wo wir leben? – und entschieden uns dazu, etwas zu tun, das man im englischen Sprachraum neuerdings mit dem m.E. total gruseligen Portmanteau “Staycation” umschreibt.

Und nahmen uns damit so einiges vor.

Ich persönlich wollte zum Beispiel endlich wieder damit anfangen, Musik zu machen.

Vielen Lesern (insbesondere den neuen) dürfte es nicht klar sein, aber ich bin eigentlich Musiker, und war bis vor wenigen Jahren sehr aktiv in einem sehr feinen musikalischen Projekt… bis meine Eltern beide nacheinander krank wurden und starben, und das Projekt auseinanderbrach weil ich in all der Trauer und all dem Chaos keinerlei Zeit und Kraft mehr hatte, es zusammen zu halten, und es von den anderen Mitgliedern niemand für erstrebenswert hielt. Wie auch immer – dieser Urlaub sollte mein Neubeginn werden.

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Alle Signale auf rot… da muss dringend was passieren.

Ausserdem wollten wir unsere Umgebung weiter erkunden… und zwar im wahrsten Sinne des Wortes “weiter”. Unsere fußgängigen Touren mit Buba K. brachten uns zwar immer schön in einen Umkreis von ca. 20km um die K-Burg herum, aber das Siebengebirge ist ja wesentlich größer. Also war der Plan, Buba etwas mehr an das quietschrote K-Mobil zu gewöhnen und unseren Radius zu erweitern.

Und zu guter Letzt hatten wir Erholung dringend nötig. Unser beider hauptberufliche Tätigkeiten waren in den letzten Wochen bzw. Monaten alles andere als einfach gewesen. Bei Frau K. deshalb, weil bei den Starkregengüssen dieses Frühjahrs das gesamte Bürogebäude abgesoffen war, und bei mir aus Gründen, über die ich an dieser Stelle leider/glücklicherweise (unzutreffendes bitte streichen) nichts erzählen kann, die mir aber dennoch ganz unglaublich gewaltig auf den Zeiger gegangen waren.

Ich schreibe das Ganze deshalb im Konjunktiv II, weil diese Dinge natürlich nicht ganz so geklappt haben wie wir uns das vorgestellt hatten.

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“Mmmmh, Regen, lass mich in Ruhe…”

Zum einen war da das Wetter. Wir hatten in diesen drei Wochen vielleicht fünf Tage, an denen wirklich mal die Sonne schien. Ansonsten hatten wir gefühlt das absolut allermieseste Schietwetter, das wir jemals im Siebengebirge hatten bestaunen dürfen.

Dann war da die Arbeit. Die ließ uns nicht los, auch wenn wir eigentlich Urlaub hatten. Mich erwischte es dabei tatsächlich ausnahmsweise mal schlimmer als Katja und ich war mit meinen Gedanken oft definitiv nicht im Urlaub (und eines schönen Tages auch physisch nicht).

Zumindest letzteres wäre alles vollkommen unmöglich gewesen, wenn wir uns irgendwohin abgesetzt hätten, wo es keinen Handyempfang und kein Internet gibt, so wie unser Besuch im Hundehaus im Reinhardswald zwei Jahre zuvor. Ach wie oft wünschten wir uns ins Hundehaus mit seiner Sauna… aber da waren wir nicht, und die physische Nähe zu einem Ort, an dem unerledigte Probleme auf eine Lösung warten, macht Entspannen und Abschalten zu einem äußerst komplizierten Unterfangen.

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Grau in Grau ist mitnichten das neue Bunt, egal was die Leute behaupten.

Und zu guter letzt verhinderte das Wetter irgendeinen Fortschritt bei der Verwandlung einer der Gartenhütten in ein neues Aufnahmestudio/Proberaum-Hybrid. Das war angedacht gewesen, fiel aber im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, ebenso wie mein schöner Plan mit der Musik.

Ok, man könnte jetzt beinahe schon denken, es war alles Mist. War es aber nicht, und das ist auch der eigentliche Grund dieses Postings. Denn wenn es dann mal nicht stürmte und regnete, dann waren wir draussen und erweiterten unsere respektiven Komfortzonen… und erlebten so manchen schönen Moment.

Das Blöde ist nur, sowie man wieder im Alltag gefangen ist, vergisst man diese schönen Momente nur allzu schnell wieder. Deshalb wird es höchste Zeit, hier mal ein paar Fotos aus diesen drei Wochen unterzubringen.

Wiesen und Felder sind etwas, was auf unserer Seite des Siebengebirges nur spärlich vorhanden ist. Daher beschlossen wir gleich am Anfang unseres Urlaubs, die Wiesen und Felder auf der anderen Seite der Berge zu erforschen, nämlich in der Nähe von Ittenbach…:

…und, etliche Regengüsse und Stürme später, nicht weit entfernt davon im Naturschutzgebiet Ennert bei Holtdorf. Da regnete es zwar dann auch, aber das bescherte uns an einer Stelle einen recht schönen Regenbogen bei der Aussicht auf den Ölberg rüber…:

Apropos Regengüsse: Diese hatten aus dem Rheinufer bei Bad Honnef etwas gemacht, wo man leicht auf die Idee ‘Regenwald mit Fluss mitttendrin’ hätte kommen können…

 

In unseren mittlerweile vier Jahren im Siebengebirge hatten wir es bis dahin tatsächlich noch nie geschafft, den Petersberg zu besuchen.

Ein Versäumnis, das wir nun endlich nachholen konnten (wobei wir zugeben müssen, wir mögen die Breiberge lieber… nicht so wahnsinnig touristisch erschlossen und so…):

Und wir blieben auch nicht nur auf unserer Rheinseite. Vor unserer Ankunft im Siebengebirge hatten wir ja einige Jahre auf der anderen Rheinseite gewohnt, nämlich in Bonn-Mehlem.

Unsere Abendspaziergänge hatten uns in diesen Zeiten oft auf den Rodderberg geführt, was relativ witzig ist, denn vom Rodderberg aus schaut man auf unsere jetzige Heimat… mit einem Teleobjektiv sogar ziemlich genau direkt darauf.

Die K-Burg von der anderen Seite aus... keine Angst, es sieht viel einsamer aus, als es wirklich ist...

Die K-Burg von der anderen Seite aus… keine Angst, es sieht viel einsamer aus, als es wirklich ist…

Nur wussten wir damals natürlich noch nicht.

Auf jeden Fall war der Urlaub ein ganz exzellenter Anlass, mal wieder die alten Jagdgründe zu besuchen und sich ausführlich auf dem Rodderberg herum zu treiben:

(an dieser Stelle möchte ich gerne hervorheben, wie schön man auf dem Rodderberg immer wieder aufgrund seiner Lage am Rand von Bonn den Gegensatz von Industrie-/Wirtschaftsstandort und vulkanische Landschaft zusammen auf ein und das gleiche Bild bannen kann…)

Eine weitere Expedition brachte uns an den Rand von Thomasberg, in die Nähe vom Sonnenberger Hof… wo es super leckere Erdbeeren und sehr schöne Pferde gibt, und lange Reitwege, die in mir immer deutlicher den Wunsch aufkeimen lassen, irgendwann doch noch das Reiten zu erlernen:

Tja, und ausserdem hatten wir einige Male die ausgesprochene Ehre, Bubas gute Freundin Liza (wie Buba ebenfalls eine Ex-Straßenhündin aus Burgas) zu Besuch zu haben.

Und da Liza ein ausgesprochen fotogenes Geschöpf ist und es auf diesem Blog eh viel zu wenig Hundefotos gibt, wollen wir euch zum Abschluss ein paar Eindrücke davon nicht vorenthalten:

Ich verabschiede mich mit einem Foto aus dem Mucherwiesental und der Einsicht, dass diese drei Wochen, abgesehen vom Wetter und den Begleitumständen, durchaus ihre schönen Momente hatten.

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Jetzt nur bitte mehr davon. Irgendwie.

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5 Comments

  1. Stefan

    Irgendwie und sowieso?

    Danke!

    Für das Blog. Für die wunderbaren Fotos. Für das Teilen. Für das Gefühl, dass man mit so vielen Themen doch nicht ganz alleine ist auf dieser Welt. Und überhaupt.

  2. 🙂 Wir haben zu danken!

  3. was stefan sagt!

  4. Marion

    Na und jetzt kommt hoffentlich endlich der Sommer mit schönen warmen Tagen, damit wir die Gartenlaube in Dein Musikzimmer umbauen können!
    Hi Mr und Mrs K. schöne Landschafts- und Naturaufnahmen wie immer aber auch süße doggies danke fürs Teilen. LG Marion

  5. Huhu Marion… ja, es gibt immer Hoffnung 😉 Danke Dir!

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