Epische Begegnung

von

Episch!

Gerade eben bin ich von einem Abendspaziergang zurück zum K-Burg-Eingang hochgelaufen… kommt mir auf dem Weg eine sechsköpfige Senioren-Wandergruppe entgegen die wissen möchte, ob ich hier wohne und wie ich denn das Bier hochbringe und wo es zum Adenauer-Grab geht. So weit, so normal, und inzwischen von mir recht routiniert in kürzester Zeit zu beider Seiten Zufriedenheit abgehandelt.

Aber: Sowie ich auf der Terrasse ankomme, kommt um die Ecke weiter oben ein Rudel wildgewordener, johlender Mountainbiker geflogen. Sie rasen hintereinander die Steintreppe neben dem Haus und dann natürlich mit Volldampf weiter den Weg hinunter, denn sie können allesamt (ebenfalls: so weit, so normal) das Schild nicht lesen, auf dem steht, dass sie jetzt doch bitte bitte bitte bitte bitte absteigen sollen weil der Weg gefährlich ist und hier Leute wohnen und Fußgänger kreuzen…

DSCF1136

Fünf Sekunden Stille. Dann, weiter unten auf dem Weg ganz enormes Gezetere und Geschrei:

He, was soll denn das?! Können Sie nicht lesen?! Ja Sind Sie denn übergeschnappt?! … Jetzt steigen Sie aber sofort ab!!! … Unverschämtheit!! … So ein Dreckspack wie euch sollte man anzeigen!!! Ja nee ihr gehört doch angezeigt!!! Angezeigt gehört ihr!!! Ja nee, die Entschuldigung kannst du dir sonstwo hinpacken!!!

etc. pp.

Tja, liebe Mountainbiker, hier habt ihr ein ganz neues Phänomen: Ihr zieht euch bei euren Eskapaden nicht nur mein absolutes Unverständnis, den Zorn der Anwohner weiter unten, und auf unserer Treppe regelmäßig Kopf-, Knie- und Beinverletzungen zu, sondern auch noch die Schimpftiraden von wandernden Rentnern. Ist es das wirklich wert?

DSCF1138

 

P.S.: Demnächst sind ja hier in Bad Honnef Kommunalwahlen. Und als noch relativ neu Hinzugezogener habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, wen ich wählen soll. Deshalb mache ich es euch, lieben Kandidaten, ganz einfach: Es kriegt derjenige von mir meine Stimme, der dafür sorgt, dass dieses Mountain-Bike-Gerase hier auf dem Weg aufhört. Es gibt da sicher eine Lösung. Im Norden bringt man auf den Deichen beispielsweise Gatter für die Schafe an, man könnte für die Biker hier dasselbe tun. Von ihrer Fähigkeit zu lesen sind sie den Schafen ebenbürtig, es sollte also funktionieren. Na, wer nimmt an?

P.P.S: Mir persönlich ist es tatsächlich egal, mich stören die Mountainbiker nicht. Aber ich habe hier in zwei Jahren schon so viele Unfälle, Verletzungen, Ärger, Fahrräder in unserem Zaun und viel, viel Blut erlebt, dass ich denke, das wäre einfach eine gute Aktion für das Allgemeinwohl, und dafür, dass unser Dorf sicherer und schöner wird… undsoweiter, undsofort…

← Previous post

Next post →

5 Comments

  1. du suchst dir ja auch immer themen aus. gegen die wand reden bringt mehr. radfahrer sind sturer als nilpferde… (ja ich mag die radfahrer nicht, vor allem als wanderer…)

  2. Na ja, ich persönlich bin da sogar noch einigermaßen schmerzfrei. Ich stehe nur immer hier oben und beobachte, wie es sie beim (natürlich nicht erlaubten) die-Treppe-hinunterrasen in ihre Einzelteile zerlegt. Der letzte war echt so schlimm verletzt und blutüberströmt dass ich gefragt habe ob ich den Verbandskasten und/oder einen Krankenwagen holen soll, und seine Antwort war “nee, ich bin ja selbst schuld”. Womit er durchaus recht hat.

    Aber die Nachbarn unten, die haben es noch ne Stufe schlimmer erwischt. Ich sehe die Verrückten ja und kann ausweichen oder darüber lachen oder einen Krankenwagen rufen, aber da unten, wo der Weg enger wird, da sieht man echt gar nix, und das kann mitunter saumässig gefährlich werden…

  3. Die Lösung: Den Weg komplett langweilig asphaltieren, ohne einen einzigen Hubbel und ohne irgend ein “Mountain-Feeling”. Denn dass der Weg gefährlich ist, macht ihn ja gerade so toll für die Bergradelraser. Hrhrhr!

    Auf der schwäbischen Alb begenen mir auf engen Pfaden immer wieder diese speziellen Radfahrer, aber bisher waren die überwiegend rücksichtsvoll und vorsichtig. Vielleicht auch, weil es da wirklich abseits des Weges oft so steil runtergeht, dass das Ende des Lebens für wagemutige Bergraser winken würde.

  4. Soweit ich es von der Mountainbikerszene kenne gelten Verletzungen als Auszeichnungen die man stolz bei den Kollegen daherzeigt. So was ähnliches wie der Schmiß der Satisfaktion bei den Studenten früher.

  5. Ja, *das* erklärt nun wirklich einiges, wenn nicht gar alles. 😉

    Liebe Grüße,
    Stephan

Leave a Reply